Über den Musikunterricht hinaus: Gehörschutz im gesamten schulischen Umfeld

Wenn man an Gehörschutz denkt, kommen vielen zunächst Fabriken, Baustellen oder Großveranstaltungen in den Sinn. Doch auch in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen können Lehrkräfte, Schulpersonal und Schüler regelmäßig erhöhten Lärmbelastungen ausgesetzt sein.

Musiklehrer, die mit Orchestern und Bands arbeiten, Sportlehrer in stark genutzten Turnhallen, Ausbilder in praktischen Ausbildungsbereichen sowie Mitarbeitende im technischen Dienst oder bei Wartungsarbeiten können im Schulalltag lärmintensiven Situationen begegnen.

Da sich Beeinträchtigungen des Gehörs häufig schleichend entwickeln, werden die damit verbundenen Risiken oftmals unterschätzt. Deshalb sollten Schulen und Bildungseinrichtungen die Hörgesundheit als wichtigen Bestandteil ihrer Massnahmen für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz berücksichtigen.

Musikräume: eine bekannte Quelle für Lärmbelastung

Ontwerp Zonder Titel (4)

Musikalische Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung, Kreativität und persönlichen Entfaltung von Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig können in Musikräumen erhöhte Schallpegel auftreten, insbesondere beim Spielen von Schlag- und Blechblasinstrumenten sowie bei verstärkter Musik oder Bandproben.

Für Musiklehrkräfte besteht die Herausforderung häufig nicht in einzelnen Lärmereignissen, sondern in einer regelmäßigen Exposition über den gesamten Schultag hinweg. Während Schülerinnen und Schüler nur an einzelnen Unterrichtsstunden teilnehmen, verbringen Musiklehrkräfte oft mehrere Stunden pro Tag in derselben akustischen Umgebung.

Nach längeren Phasen hoher Lärmbelastung berichten manche Menschen von Ermüdung, Ohrgeräuschen oder einer erhöhten Anstrengung beim Verstehen von Gesprächen. Ein geeigneter Gehörschutz kann dazu beitragen, die Lärmbelastung zu reduzieren und gleichzeitig Sprachverständlichkeit sowie Klangqualität zu erhalten. So können Lehrkräfte ihre Hörgesundheit langfristig unterstützen.

Werkstätten und Fachräume: Lärmbelastung in der praktischen Ausbildung

In technischen Werkstätten, Holzwerkstätten und anderen praktischen Ausbildungsbereichen kommen häufig Maschinen und Werkzeuge zum Einsatz, die erhöhte Lärmbelastungen verursachen können.

Wenn Schulen Gehörschutz in ihre Sicherheitskonzepte und den praktischen Unterricht integrieren, fördern sie ein frühzeitiges Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Lärm. Diese Kenntnisse können Schülerinnen und Schüler auch in ihrem späteren Berufsleben nutzen.

Ähnlich wie Schutzbrillen und Sicherheitsschuhe in vielen Ausbildungsbereichen selbstverständlich sind, kann auch Gehörschutz überall dort sinnvoll sein, wo erhöhte Lärmbelastungen auftreten.

Pickawood L9znw Mxgs Unsplash

Turnhallen: Wenn Lärm zur täglichen Herausforderung wird

Basketbal

Sporthallen werden nicht immer als Arbeitsbereiche mit erhöhten Lärmbelastungen wahrgenommen, doch die Geräuschpegel können dort überraschend hoch sein. Große Schülergruppen, Trillerpfeifen, sportliche Aktivitäten, Musik und hallende Raumakustik können während des gesamten Schultages zu einer hohen Geräuschkulisse beitragen. Ältere Sporthallen mit ungünstiger Akustik können es Lehrkräften zusätzlich erschweren, Sprache klar zu verstehen und verständlich zu kommunizieren.

Sportlehrkräfte müssen ihre Stimme häufig anheben, damit Anweisungen auch in einer lauten Umgebung verständlich bleiben. Dies kann die Stimme zusätzlich beanspruchen und den Unterrichtsalltag erschweren. Auch wenn Gehörschutz nicht in jeder Situation die geeignete Massnahme ist, sollten Lärmschutzmassnahmen und eine gute Raumakustik bei der Gestaltung eines gesunden Arbeitsumfelds berücksichtigt werden.

Hausmeisterdienste und Wartungsarbeiten: Lärmrisiken im Schulalltag

Bei Diskussionen über Gesundheit und Sicherheit in Bildungseinrichtungen stehen häufig Lehrkräfte und Schüler im Mittelpunkt. Doch auch Mitarbeitende im technischen Dienst, im Gebäudemanagement oder in der Schulgastronomie können erhöhten Lärmbelastungen ausgesetzt sein.

Beispiele hierfür sind:

  • Hausmeisterdienste, die Laubbläser, Rasenmäher oder Hochdruckreiniger einsetzen.
  • Mitarbeitende im technischen Dienst beim Einsatz von Elektrowerkzeugen.
  • Beschäftigte im Gebäudemanagement in Technikräumen und technischen Bereichen.
  • Mitarbeitende in Kantinen oder Mensen mit hohem Geräuschaufkommen.
  • Teams beim Auf- und Abbau für Veranstaltungen, Sporttage oder Aufführungen.

Für Beschäftigte, die solche Tätigkeiten regelmäßig ausführen, kann die Bewertung möglicher Lärmbelastungen ein wichtiger Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sein. Auf dieser Grundlage lassen sich geeignete Massnahmen zum Schutz des Gehörs und zur Verbesserung des Arbeitsumfelds ableiten.

Bladblazer

Lärmbelastung in Kantinen und Aufenthaltsbereichen

Die Lärmbelastung in Schulen beschränkt sich nicht auf Klassenzimmer und Werkstätten. Auch Kantinen und Gemeinschaftsräume können vor allem während der Pausen und zu Stosszeiten eine hohe Geräuschkulisse aufweisen.

Mitarbeitende in diesen Bereichen verbringen oft mehrere Stunden täglich in einer Umgebung mit Gesprächen, bewegten Möbeln, Küchengeräten und vielen gleichzeitig stattfindenden Aktivitäten.

Auch wenn diese Geräusche meist anders wahrgenommen werden als Maschinenlärm, kann eine dauerhafte Belastung anstrengend sein und das Wohlbefinden im Arbeitsalltag beeinträchtigen. Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik und zur Reduzierung von Lärm können dazu beitragen, ein angenehmeres Arbeitsumfeld zu schaffen.

Prävention beginnt mit Bewusstsein und Wissen

Um die Hörgesundheit langfristig zu unterstützen, ist es wichtig zu verstehen, wo und wann Lärmbelastungen im Schulalltag auftreten.

Zu den wichtigsten Massnahmen gehören:

  • Bereiche mit erhöhten Lärmpegeln identifizieren.
  • Lärmbelastungen in Gefährdungsbeurteilungen und Sicherheitskonzepten berücksichtigen.
  • Lehrkräfte und Mitarbeitende über Lärmrisiken und Präventionsmassnahmen informieren.
  • Bei Bedarf geeigneten Gehörschutz bereitstellen.
  • Gehörschutz in Sicherheitsunterweisungen und praxisorientierte Ausbildungsprogramme integrieren.

Gehörschutz als Teil eines gesunden Schulumfelds

Bildungseinrichtungen legen zunehmend Wert auf das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden, langfristige Beschäftigungsfähigkeit und gesunde Arbeitsbedingungen. Dabei sollte auch die Hörgesundheit berücksichtigt werden, ebenso wie Ergonomie, Arbeitssicherheit und psychisches Wohlbefinden.

Ob Musiklehrkräfte, Ausbildende in praktischen Lernbereichen, Sportlehrkräfte, Hausmeisterdienste, Mitarbeitende im technischen Dienst oder Beschäftigte in Kantinen und Mensen: Sie alle profitieren von einem Arbeitsumfeld, in dem Lärmbelastungen erkannt und angemessen berücksichtigt werden.

Wenn Schulen Gehörschutz als Teil ihrer Gesundheits- und Sicherheitsmassnahmen betrachten, können sie zu einem gesünderen Umfeld für Lernen und Arbeiten beitragen.

Fazit

Gehörschutz spielt im Bildungsbereich eine größere Rolle, als oft angenommen wird. Neben Musikräumen und praktischen Ausbildungsbereichen können auch Sporthallen, Kantinen, Wartungsarbeiten und andere schulische Aktivitäten mit erhöhten Lärmbelastungen verbunden sein.

Durch Aufklärung, Präventionsmassnahmen und die Bereitstellung geeigneten Gehörschutzes, wo dies sinnvoll und erforderlich ist, können Bildungseinrichtungen dazu beitragen, die Hörgesundheit von Mitarbeitenden sowie Schülerinnen und Schülern langfristig zu unterstützen.

Möchten Sie die Hörgesundheit an Ihrer Bildungseinrichtung fördern?